Auch ein Klinsmann schickt seine Nationalspieler zum Zahnarzt

Jun 12
Auch ein Klinsmann schickt seine Nationalspieler zum Zahnarzt

Auch ein Klinsmann schickt seine Nationalspieler zum Zahnarzt, denn er weiß: Ein schiefes Gebiss kann sportliche Höchstleistungen verhindern

Kieferfehlstellungen können Sportlern ganz schnell den ersehnten Erfolg verhageln: Bei Fußballern können deswegen die Knie anschwellen und Golfspieler können beim Abschlag nicht richtig Schwung holen, da die Kieferfehlstellung reflektorisch zu einem schiefen Becken führen kann und die Beine dadurch ungleichmäßig belastet werden. Noch schlimmer trifft es Reiter mit falscher Bisslage: Da sie ihre Pferde durch Gewichtsverlagerung steuern, spüren die Tiere manche Kommandos nicht richtig und laufen deshalb in die falsche Richtung.

Der Kaumuskel ist der stärkste Muskel im menschlichen Körper. Beim Zubeißen kann er einen Druck von 300 Kilopond pro cm² entwickeln. Dieser gewaltige Druck wird über Kieferknochen, Kiefergelenke und Keilbeine zur Schädelbasis geleitet. Bei ungleichmäßiger Belastung dreht sich die Schädelbasis und überträgt ihre schiefe Stellung auf die Halswirbelsäule. Da die Wirbelsäule eine funktionelle Einheit bildet, haben Fehlstellungen der Halswirbelsäule spiegelbildliche Verschiebungen im Becken zur Folge. Ein schiefer erster Halswirbel führt zur Fehlstellung des untersten Sakralwirbels, ein schiefer T-Halswirbel verursacht Probleme mit dem 4. oder 5. Lendenwirbel.

Die Wirbelsäule leidet nicht nur beim Kauen. Das Kauen ist sogar relativ unproblematisch, da sich Speiseteile zwischen den Zähnen befinden. Wir schlucken jedoch jeden Tag ca. 1.500 mal und beißen dabei die Zähne kurz zusammen. Dieser Druck überträgt sich direkt auf die Wirbelsäule. Nachts ist es noch schlimmer. Viele Menschen pressen ihre Zähne während des Schlafs mit gewaltigem Druck zusammen – manchmal bis zu 90 Minuten lang!

Die Verspannungen der Kaumuskulatur übertragen sich auf die Halsmuskulatur und die Muskeln der Wirbelsäule. Da die Rückenmuskulatur so gesteuert wird, dass wir stehen und aufrecht gehen können, wird bei fehlerhafter Bisslage das Becken reflektorisch schiefgestellt, und es kommt zu einer Beinlängendifferenz. Korrigiert der Zahnarzt die Bisslage, ändert sich die reflektorische Steuerung der Rückenmuskeln und die funktionelle Störung des kraniosakralen Systems verschwindet. Eine spezielle, orthopädische Schiene zwischen den Zähnen sorgt sofort für gleich lange Beine; nimmt man die Schiene heraus, ist die Längendifferenz wieder da.

Quelle: Dental Tribune Nr. 15+16/2005