Belastung des GastroIntestinaltraktes durch Zahnersatz

Nov 22

Belastung des GastroIntestinaltraktes durch Zahnersatz

Die Suche nach den Ursachen chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen stellt sich bekanntermaßen oft als kompliziert dar. Die Häufigkeit dieser Erkrankungen nimmt zu. Die immunologischen Pathomechanismen von Erkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Reizdarm oder Divertikeln sind heute weitestgehend bekannt, nicht aber die kausalen Faktoren, die zur Erkrankung führen.

Durch die Verwendung der unterschiedlichsten Metalle bzw. Metall-Legierungen werden statische, elektrische Felder produziert. Es entstehen galvanische Elemente von Metallen mit Potentialdifferenzen bis über 3 Volt. Natürlicherweise vorhandene Oxidationsmittel und Chloridionen verstärken die Korrosion. Auch wenn hochwertigste Legierungen eingesetzt werden, so ist doch immer eine Freisetzung von Metallionen im Speichel messbar.

Die gleichzeitige Verwendung unterschiedlicher Metalle im Mund, Verarbeitungsfehler bei der Herstellung, aber auch Alterung können die Metallfreisetzung enorm verstärken. Bei „Spargold“-Legierungen und Palladium-Basislegierungen passiviert sich die Oberfläche nicht. Je länger sie im Munde verbleiben, desto größer wird die Metallfreisetzung. So kann die individuelle Korrosionsrate im Laufe der Zeit exponentiell zunehmen.

Allergologische Bedeutung von Metallen

Fast alle Werkstoffe können allergische Sensibilisierungen auslösen. Bei Metallen finden sich Typ-IV-Reaktionen am häufigsten.

Da die Metallionen über den Speichel alle Bereiche des Magen-Darm-Trakts erreichen, wundert es nicht, dass klinische Krankheitsbilder wie Sodbrennen (bedingt durch Entzündungen des unteren Ösophagus), Gastritis oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen mit Werkstoffbelastungen assoziiert werden. Die aufgenommene Menge ist nicht zu unterschätzen. Wir sprechen auch hier nicht von Ausnahmen. Bereits in der Ösophagus- oder auch Magenschleimhaut können bei gegebener allergischer Sensibilisierung allergische Reaktionen auf Metalle stattfinden. So können z.B. Magenschmerzen durch eine orale Sanierung behoben werden.

Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten

Das Histamin-abbauende Enzym Diaminooxidase (DAO) wird im Darmepithel produziert. Durch eine metallinduzierte Reduzierung der DAO-Aktivität kommt es zur Verlangsamung des Histaminabbaus und damit zur Erhöhung der Histamin-Konzentration im Darm. Durch diesen Prozess treten sekundär bedingte Nahrungsmittelunverträglichkeiten fast schon obligatorisch auf.

Systemische Folgen

Natürlich bleiben die Metalleffekte nicht auf die Darmwand beschränkt. Die gut durchblutete Darmmukosa sorgt für einen Übertritt ins Blut und eine schnelle systemische Verteilung. Diese ist vor allem bei Patienten mit schon bestehenden entzündlichen Erkrankungen problematisch. Die Universität in Mainz hat nachgewiesen, dass nahezu alle Metalle in Abhängigkeit von der Dosis endotheliale Entzündungen und oxidativen Stress in den Gefäßwänden induzieren können. Deshalb sollten nicht nur Gastroenterologen, sondern auch Angiologen und alle Ärzte, die Patienten mit Bluthochdruck behandeln, die Rolle der oral freigesetzten Werkstoffe beachten.