Du bist krank! Ich will nicht dein Freund sein

Nov 21

Du bist krank! Ich will nicht dein Freund sein:

Niemand ist gern krank. Offensichtlichen Bakterienschleudern, die durch Niesen und Husten ihre Keime in der Welt verteilen, geht man deshalb schnellstmöglich aus dem Weg. Doch die Anzeichen für eine Erkrankung müssen nicht einmal offensichtlich sein. Der Mensch vermeidet Infizierte sogar, wenn er die Symptome gar nicht bewusst wahrnimmt. Denn der Mensch kann Krankheiten riechen.

Forscher am Karolinska Institut in Stockholm haben herausgefunden, wie der Mensch eine Krankheit mit der Nase und den Augen wahrnimmt.

Wie bei einer Impfung infizierten die Forscher eine Gruppe von Versuchspersonen mit einem Krankheitserreger. Sie entwickelten Symptome wie Müdigkeit, Schmerzen und leichtes Fieber.

Eine zweite Gruppe von Probanden bekam keine Krankheitserreger, sondern eine Kochsalzlösung gespritzt. Kochsalzlösung hat keinen Effekt auf das Immunsystem. Diese Versuchspersonen blieben also gesund. Nach der Spritze mussten beide Gruppen fünf Stunden lang Einlagen unter den Achseln tragen. So fingen die Forscher ihren Körpergeruch ein. Außerdem nahmen die Forscher Fotos der Probanden vor der Infektion und wenige Stunden danach auf. Dann baten die Forscher eine dritte Gruppe von Studienteilnehmern, sich diese Fotos anzusehen, und an den verschwitzten Einlagen zu riechen.

Mit welchen Menschen auf dem Foto würden sie sich gern befreunden? Wessen Geruch mochten sie?

Das Ergebnis war eindeutig: Die Studienteilnehmer wollten nicht mit den Infizierten befreundet sein. Sie lehnten die kranken Menschen zunächst aufgrund der Fotos ab. Die Geruchsproben verstärkten ihre Abneigung gegenüber den Kranken aber noch mehr. Überraschenderweise konnten die Probanden eine Infektion bereits nach zwei Stunden sehen und riechen, ohne sich dessen bewusst zu sein. Gerötete Haut, blasse Lippen, müde Augen – all diese feinen, aber sichtbaren Anzeichen wiesen auf den Fotos auf eine Infektion hin. Obwohl den Probanden dieser Zusammenhang nicht bewusst war, verschmähten sie treffsicher die Infizierten als Freunde. Der Körper versucht sich also offenbar vor möglichen Erkrankungen zu schützen. Wenn der Mensch jemanden nicht mag, ist es wahrscheinlicher, dass er sich nicht in dessen Nähe aufhalten will. So sorgt der Körper dafür, dass man einer Infektionsquelle aus dem Weg geht.