Ein Fehlbiss macht Kinder krank

Dez 10

Ein Fehlbiss macht Kinder krank:

Kopfweh, Ohrenschmerzen, Rückenprobleme – viele Kinder leiden unter den Folgen schiefer Zähne

Kopf- und Ohrenschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten und Rückenprobleme gehören heute für viele Kinder zum Alltag. Bei der Suche nach den Ursachen sollten Eltern die Zähne der kleinen Patienten einbeziehen. Auslöser für die Beschwerden kann nämlich ein Fehlbiss sein, in Fachkreisen als “cranio-mandibuläre Dysfunktion” (CMD) bezeichnet.

Schmerzen durch verkrampfte Muskeln

Bei einem Fehlbiss arbeiten Zähne, Kaumuskeln und Kiefer nicht reibungslos zusammen. Meist sind Zahnfehlstellungen die Ursache. In der Regel entwickeln sie sich durch ungünstige Gewohnheiten im Kindesalter wie ein falsches Schluckverhalten, Mund- statt Nasenatmung, Daumenlutschen oder eine generell zu weiche Kost, die kaum gekaut werden muss und daher wenig geeignet ist, das Kieferwachstum anzuregen. Die hierdurch bedingten Entwicklungsstörungen haben Folgen: “Wenn die Zahnstellung nicht harmoniert, oder das Kiefergelenk nicht richtig arbeiten kann, kommt es zu Fehlbelastungen im Mund- und Kieferbereich”, erklärt Dr. Ann Bailly von den Kinder-ZahnWelten in Herne.

Hierdurch verschiebt sich nicht nur allmählich der Unterkiefer. Umliegende Muskeln im Kauapparat werden sehr stark beansprucht, so dass sie sich verspannen und verhärten. Eine solche Muskelverspannung dehnt sich auf das Muskelsystem des ganzen Körpers aus. Da Muskeln wie Gummibänder arbeiten, verziehen sich Skelett und Gelenke, es kommt zu einer falschen Körperhaltung, hierdurch werden eventuell sogar Nerven eingequetscht. Schmerzen im Bereich des Gesichts, Migräne und Probleme mit den Ohren, aber auch Nacken-, Schulter-, Rücken- und Bauchschmerzen sind nicht selten Folge eines falschen Bisses.

Umgekehrt können Beschwerden, die weit entfernt vom Mund auftreten, einen Fehlbiss verursachen. So kommt es vor, dass ein Beckenschiefstand oder Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich Zahnfehlstellungen und Kiefergelenkschmerzen begünstigen. Auch psychische Probleme oder Stress können zu Verspannungen im Kauorgan führen.

Ein Fehlbiss wächst sich nicht aus

Ein Fehlbiss verschwindet nicht mit zunehmendem Alter des Kindes. Die durch ihn verursachten Schmerzen können chronisch werden, Zähne nehmen durch die falsche Belastung mit der Zeit Schaden, Fehlhaltungen werden stabiler. Eltern sollten daher schief stehende Zähne oder Auffälligkeiten in der Artikulation ihres Kindes wie Lispeln, Näseln, Nuscheln oder auch den Verlust von Speichel während des Sprechens nicht auf sich beruhen lassen, sondern den Rat von Experten einholen. “Zu empfehlen ist eine Untersuchung bereits im Kindergarten- und Grundschulalter. Denn je früher ein falscher Biss korrigiert wird, desto unkomplizierter ist die Behandlung”, erklärt Dr. Ann Bailly von den Kinder-ZahnWelten (www.kinder-zahnwelten.de).

Wegen der komplexen Wechselbeziehungen, die bei einem Fehlbiss bestehen, sollten Eltern einen ganzheitlich praktizierenden Zahnarzt und Kieferorthopäden konsultieren, der mit Experten aus Orthopädie, Physiotherapie, Naturheilkunde sowie Psychotherapie zusammenarbeitet.