Generelle Fragen zu Zahn-Implantaten

Generelle Fragen zu Zahn-Implantaten

Was kommt bei der Implantation auf mich zu? Wie ist grob der Ablauf?

Wie gesagt, zunächst müssen alle Voruntersuchungen durchgeführt werden. Dies sind zum Einen die zahnärztlichen Untersuchungen: Der Zahnarzt benötigt genaue Kenntnisse darüber, wie die Stellung der Kiefer zueinander ist, wie Höhe und Breite des Kiefers beschaffen sind, welche Beschaffenheit Knochen und Weichgewebe (Zahnfleisch, Wangen und Zunge) haben, und wie die Stellung der Zähne ist. Der Zahnarzt fertigt dafür Modelle von den Zähnen an. Bei größeren Implantationen kann es notwendig werden, den Knochen quasi statisch zu vermessen. In der modernen Zahnmedizin existieren heute Möglichkeiten, die es erlauben, den Knochen räumlich darzustellen und dem Behandler so einen genauen Überblick über dessen Dichte, Dicke, Höhe und Breite zu vermitteln (die sog. Digitale.-Volumen-Tomographie- DVT- 3D Aufnahme). Der Implantateingriff an sich wird von den meisten Patienten als deutlich weniger beschwerlich empfunden als dies im Vorfeld angenommen wurde.

Habe ich nach dem Eingriff starke Schmerzen?

Schmerzen treten immer dann besonders auf, wenn es zu erheblichen Schwellungen oder Entzündungen kommt. Hier kann jedoch vorgesorgt werden. Der Implantologe wird ein individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmtes Heilmittelkonzept erarbeitet und so eine optimale Entzündungs- und Schwellungsvorsorge betrieben.

Das moderne Vorgehen zum Setzen eines Implantates ist schonend. Im Vorfeld des Eingriffs kann davon ausgegangen werden, dass die Wunden nach der Operation sehr schnell abheilen und kaum Schmerzen zu erwarten sind. Sollte es doch zu leichten Beschwerden kommen, reicht in aller Regel in den ersten 2 – 3 Tagen nach der Operation ein leichtes Schmerzmittel aus.

Muss ich mit Schwellungen o.ä. rechnen?

Auch hier kommt es auf die individuelle Situation des Patienten an. Manche Patienten neigen zu Schwellungen, andere nicht. Besteht eine Veranlagung zu Schwellungen oder Entzündungen, wird ein entsprechendes medikamentöses Konzept mit individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmten Hilfsmitteln erarbeitet. So kann dafür Sorge getragen werden, dass starken Schwellungen oder entzündlichen Prozessen entgegengewirkt wird.

Kann der Eingriff auch in Vollnarkose durchgeführt werden?

Die Implantation ist ein ambulanter Eingriff, der normalerweise in lokaler Betäubung durchgeführt wird. Jedoch ist es auch möglich, die Implantation in Vollnarkose durchzuführen. Vor allem, wenn mehrere Implantate sowohl im Ober- als auch im Unterkiefer gleichzeitig gesetzt werden, kann eine Vollnarkose den Eingriff für den Patienten angenehmer machen. Der Zahnarzt arbeitet in diesem Fall mit einem erfahrenen Anästhesisten zusammen, der die Narkose einleitet und während der gesamten Operation überwacht. Auch für sehr ängstliche Patienten bietet sich die Vollnarkose als Alternative an.

Wie stark bin ich nach dem Eingriff eingeschränkt? Muss ich krankfeiern und wie lange?

Normalerweise sind größere Einschränkungen nicht zu erwarten. Direkt nach dem Eingriff sollten Sie sich ein wenig schonen. Viele Patienten können jedoch am Tag danach schon wieder ihrem ganz normalen Tagesablauf folgen, also auch arbeiten gehen. Sollten Schwellungen o.a. Beschwerden auftreten, ist es natürlich möglich, den Patienten für einige Tage bis zum Abklingen krank zu schreiben.

Wie viele Implantate können während des Eingriffs gesetzt werden?

Es ist durchaus möglich, Ober- und Unterkiefer im Rahmen eines einzigen Eingriffs komplett zu versorgen. Sind größere Versorgungen notwendig, werden in einer Sitzung jedoch oftmals zunächst die Implantate im Oberkiefer gesetzt und für die Implantation im Unterkiefer ein weiterer Termin angesetzt.

Können Patienten jeden Alters Implantate bekommen, oder gibt es eine natürliche Altersgrenze?

Eine Implantation ist grundsätzlich bei erwachsenen Menschen jeden Lebensalters möglich. Es gibt keine natürlichen Altersgrenzen. Viele ältere Patienten, die über Jahre eine Vollprothese getragen haben, entscheiden sich noch im höheren Lebensalter für die Möglichkeit des festsitzenden Zahnersatzes auf Implantaten, da diese Lösung nicht nur ästhetisch, sondern auch gesundheitlich eine hochwertigere Alternative darstellt. Zahlreiche Prothesenträger kennen das Gefühl der Unsicherheit beim Essen, lachen oder Sprechen.

Mit implantatgetragenem Zahnersatz ist dies alles ohne Einschränkungen möglich – eben genau wie bei natürlichen Zähnen.

Macht ein Implantat auch dann Sinn, wenn nur ein Zahn fehlt? Welchen Vorteil hat es gegenüber einer Brücke?

Auch für den Einsatz einzelnen Zähne ist ein Implantat sinnvoll. Ist ein Zahn durch Entzündung oder Unfall verlorengegangen, kann in diese Lücke ein Implantat eingebracht werden. Auf diese künstliche Wurzel wird dann eine keramische Krone befestigt, die Lücke ist geschlossen. Den gleichen Effekt erreicht man natürlich auch durch eine Krone. Allerdings muss dafür von den oft gesunden Nachbarzähnen viel Substanz abgetragen werden, um die Brücke aufsetzen zu können. Es werden also gesunde Zähne geopfert, um einen fehlenden Zahn zu ersetzen. Das Zahnimplantat hingegen schont die natürliche Zahnsubstanz und ersetzt nur dort, wo es tatsächlich notwendig ist.

Kann man auch komplett zahnlose Kiefer mit Implantaten versorgen?

Ja, das ist nicht nur möglich, sondern eine durchaus gängige Praxis. In zahnlosen Ober- oder Unterkiefern sind Zahnimplantate meist die einzige Möglichkeit, festen Halt für den Zahnersatz zu gewinnen. Herausnehmbare Vollprothesen in zahnlosen Kiefern liegen nur auf der Schleimhaut auf und bieten keinen ausreichenden Halt für einen festen Prothesensitz. Alltägliche Dinge wie Essen, Sprechen oder Lachen werden erheblich erschwert. Durch die Möglichkeit der Implantate können auch in komplett zahnlosen Kiefern festsitzende Brücken verankert werden, so dass ästhetisch und funktionell kein Unterschied zu den natürlichen Zähnen besteht.

Kann ein Implantat auch eingesetzt werden, wenn der Kieferknochen stark abgebaut ist?

Manchmal ist die Knochenstruktur an der Stelle, an der das Implantat eingesetzt werde muss, nicht ausreichend. In diesen Fällen muss der Knochen dann aufgebaut werden.

Neben der Möglichkeit, eigenen Knochen des Patienten zu nutzen, stehen heute Knochenersatzmaterialien zur Verfügung.

Pflege von Implantaten: Sind Implantate besonders pflegeintensiv? Muss die komplette Mundhygiene umgestellt werden?

Für Implantate gilt das gleiche wie für natürliche Zähne. Auch sie benötigen eine tägliche Pflege, um ihre Langlebigkeit sicherzustellen. Denn genau wie bei den eigenen Zähnen können sich Beläge oder Ablagerungen bilden, die zu Zahnfleischentzündungen (Parodontitis) führen und damit eine Gefahr nicht nur für die Zähne bzw. Implantate darstellen, sondern die gesamte Gesundheit beeinträchtigen. Daher sollten auch Implantate zwei- bis dreimal jährlich in der Zahnarztpraxis einer professionellen Reinigung unterzogen werden. Für die tägliche Mundhygiene zu Hause gibt es auf dem Markt spezielle Hilfsmittel. Richtige und effektive Pflege garantiert die Langlebigkeit und Zuverlässigkeit der Implantate.

Muss ich nach der Implantation öfter einen Kontrolltermin beim Zahnarzt wahrnehmen als vorher?

Auch ohne Implantate sollte regelmäßig zweimal im Jahr ein Kontrolltermin beim Zahnarzt erfolgen. Dieser Abstand ist auch für Implantatträger ausreichend.

Wie viel Zeit muss insgesamt für die gesamte Behandlung mit Zahnimplantaten einkalkuliert werden?

Diese Frage kann man so pauschal nicht beantworten. Hier spielen individuelle Faktoren eine wesentliche Rolle. Vor dem Einsetzen der Implantate ist zunächst eine gründliche Untersuchung durch den Oralchirurgen erforderlich. Für die Vorphase mit Beratung, Aufklärung, Voruntersuchung und Diagnostik muss eine Zeit von ca. 2 bis 6 Wochen einkalkuliert werden. Danach erfolgt der Implantateingriff. Je nach Kiefersituation des Patienten muss für die Einheilzeit zwischen 2 und 6 Monaten eingerechnet werden. Grundsätzlich gilt, dass die Sicherheit für den Patienten an oberster Stelle stehen sollte.

Wie lange muss ich mit einer provisorischen Lösung leben, bis die prothetische Versorgung komplett abgeschlossen ist?

Zunächst einmal verlässt selbstverständlich kein Patient die Praxis nach der Implantation zahnlos. Ein Provisorium stellt sicher, dass die ästhetischen Ansprüche in jedem Fall erfüllt werden. Dieses Provisorium kann ggf. festsitzend gestaltet werden, und ist ein belastbares Kauinstrument. Nach der Einheilungsphase der Implantate, die zwischen 2 und 6 Monaten beträgt, wird das Provisorium dann gegen den endgültigen neuen Zahnersatz ausgetauscht.

Gibt es Möglichkeiten, die Behandlungsdauer zu verkürzen (z.B. für Personen, die aus beruflichen Gründen ein sehr knappes Zeitbudget haben)?

Durch eine Kombination aus Zahnimplantaten und speziellen zahnchirurgischen Techniken kann grundsätzlich eine erhebliche Verkürzung der Behandlungszeit erreicht werden. Möglich wird dies durch den Einsatz von Wachstumsfaktoren, die aus dem Blut des Patienten gewonnen werden. Dabei wird mittels einer speziellen Methode (PRP) ein Konzentrat aus Wachstumsfaktoren hergestellt. Vor dem Einbringen der Implantate werden diese mit dem Plasmakonzentrat benetzt, was dazu führt, dass die Wunde deutlich schneller heilt. Da nur Faktoren aus dem eigenen Blut des Patienten zum Einsatz kommen, sind Fremdkörperreaktionen oder Allergien ausgeschlossen.

Neben PRP existieren jedoch weitere therapeutische Ansätze, mit denen die Behandlungsdauer verkürzt werden kann. Eine dieser Alternativen ist die Möglichkeit der sog. Hilfsimplantate. Dabei werden während des Eingriffs zusätzlich zu den definitiven Implantaten kleine Hilfsimplantate gesetzt, die sofort belastet werden können. Bis zur Abheilung der definitiven Implantate sichern sie den Zahnersatz.