Gute Zähne – gute Funktion: So wichtig ist unser Gebiss für den Körper

Nov 17

Gute Zähne – gute Funktion
So wichtig ist unser Gebiss für den Körper

Gute Zähne sind bares Geld wert. Wie eine Studie in Amerika nachweisen konnte, finden zumindest Frauen leichter eine Arbeitsstelle und verdienen darüber hinaus auch noch rund 4,5 % mehr, wenn sie ein schönes Gebiss vorweisen können.

Gute, gesunde Zähne zahlen sich aber nicht nur in barer Münze aus, sie tragen auch wesentlich zu Wohlbefinden, Selbstbewusstsein und nicht zuletzt Gesundheit bei. Dabei erfüllen sie weit mehr Funktionen, als nur die Zerkleinerung der Nahrung zu ermöglichen. Unsere Physiognomie z.B. hängt wesentlich von den Zähnen ab: Ein Mensch mit Zahnlücken oder gar einem zahnlosen Kiefer wirkt auf uns alt, verbraucht und schlecht gepflegt, um nicht zu sagen, heruntergekommen. Dabei ist die Ästhetik nur ein Gesichtspunkt – völlig außer Acht gelassen wird meist die Bedeutung der Zähne für unsere Körperstatik und damit unseren gesamten Bewegungsapparat.

Seit einiger Zeit hat Ingrid Randuweit starke Kreuzschmerzen. Sie kann sich gar erklären, warum: Mit 49 Kg hat die drahtige, 1,65 m große Textilkauffrau praktisch Idealgewicht – auch treibt die 36-Jährige mehrmals die Woche Sport und besucht sogar ein Rückenzentrum, in dem sie unter Aufsicht ihre Muskulatur trainiert. Beste Voraussetzungen für Schmerzfreiheit also, sollte man meinen. Aber Ingrid Randuweit hat die Rechnung ohne ihre Zähne gemacht: Bei einer größeren Gebiss-Sanierung vor fünf Monaten mussten zwei Zähne gezogen werden. Seitdem hat sie nicht nur Probleme mit einem leichten Unterbiss: Auch ihre Nackenmuskeln scheinen immer verspannt zu sein. Aber erst nach einem Besuch bei einem Spezialisten für Craniomandibuläre Dysfunktion weiß sie, dass auch die Rückenschmerzen wahrscheinlich auf die Zahnbehandlung zurückzuführen sind.

Zusammenhang zwischen Zähnen und Wirbelsäule wird oft nicht beachtet

Noch bis vor kurzer Zeit wurde der mögliche Zusammenhang zwischen einem Fehlbiss und Schmerzen, die auf tiefer gelegenen Statikebenen auftreten, meist vernachlässigt. Heute jedoch gibt es Spezialisten, die z.B. gezielt Wechselbeziehungen zwischen Kaufunktionsstörungen und neuromuskulären Symptomatiken erforschen und behandeln. Wichtig dabei ist insbesondere die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Orthopäden, Neurologen und HNO-Ärzten, um systemische Erkrankungen auszuschließen und auch den Verlauf der Behandlung aus verschiedenen Perspektiven heraus sicher beurteilen zu können. Die so gewonnenen Erkenntnisse erstaunen auch erfahrene Mediziner immer wieder. So gehen versierte Haltungsspezialisten heute z.B. davon aus, dass bis zu 50 % aller Trigeminusneuralgien auf einen Fehlbiss oder falsch angepassten Zahnersatz zurückzuführen sind.

Kiefer, Becken und Füße im Visier

Will man die für Betroffene oft quälenden Symptome erfolgreich therapieren, so muss zunächst eine umfangreiche Diagnostik erfolgen, welche Fehlhaltungen von Kiefer, Halswirbelsäule und Becken genauso beachtet wie Beinachsenabweichungen und Fehlformen der Fußgewölbe. Dabei ist die Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten und Osteopathen die zwingende Voraussetzung für den Erfolg der Behandlung. Auch eine Untersuchung auf druckschmerzhafte Punkte in der Kaumuskulatur – sog. Trigger – hilft oft, die eigentliche Ursache der Beschwerden herauszufinden. Diese Technik beherrscht ein Zahnarzt, der sich auf die Behandlung von Kiefer-Funktionsstörungen spezialisiert hat.