Infektionen statt Blutfette?

Sep 15

Infektionen statt Blutfette?

Neue Hypothese zur Arteriosklerose-Entstehung aufgestellt:

Nach der bisherigen Lehrmeinung sind Fettablagerungen an den Arterienwänden der Ausgangspunkt der Arteriosklerose. Zweifel kommen jetzt von ungewöhnlicher Seite: Der Herzchirurg Axel Haverich von der Medizinischen Hochschule Hannover kann dies nicht mit seinen Beobachtungen während Herz- und Gefäßoperationen in Einklang bringen und vertritt eine ganz neue Theorie zur Entstehung der Arteriosklerose.

Bei hunderten von Bypassoperationen konnte der Gefäßchirurg beobachten, dass immer nur bestimmte Abschnitte der Herzkranzgefäße verkalkt sind, während dasselbe Gefäß an anderen Stellen überhaupt nicht krankhaft verändert ist. Das gleiche Phänomen zeigte sich auch in anderen Stromgebieten wie etwa den Oberschenkelarterien. Dadurch wurden seine Zweifel daran genährt, dass Arteriosklerose eine generalisierte Erkrankung ist und an den Gefäßinnenwänden beginnt.

Nach seiner Theorie könnten Versorgungsstörungen durch die Vasa vasorum Ausgangspunkt der arteriosklerotischen Veränderungen sein. Bei Verschluss dieser Gefäße komme es zu einem Infarkt der Gefäßinnenwand. Als häufigste Auslöser solcher Verschlüsse vermutet der Chirurg Entzündungsreaktionen, die durch Viren und Bakterien (Parodontose-Bakterien) entstehen. Durch die Reparaturprozesse des Immunsystems entstehen im Infarktbereich “Zellabfälle” in Form von Plaques, die zu einer Verdickung der Arterieninnenwand führen und schließlich zu einem Verschluss des Muttergefäßes führen können.

Seine Theorie könnte wesentlich besser erklären, warum nach Grippeerkrankungen oder Feinstaubexposition vermehrt Herzinfarkte auftreten und wieso in arteriosklerotischen Plaques Mikroben (z.B. aus dem Zahnfleisch) nachgewiesen werden können.

Nach seiner Theorie wäre die Verhinderung und Bekämpfung von Infektionen eine wichtige Maßnahme zur Prävention der Arteriosklerose. Dazu gehören z.B. die Sanierung von chronischen Entzündungen auch in der Mundhöhle.