Rückenprobleme – Mit Biss den Schmerz besiegen

Mai 14

Rückenprobleme – Mit Biss den Schmerz besiegen

Eine Fehlfunktion des Kiefers kann Kopf-, Muskel- und Kreuzbeschwerden verursachen


Störungen im Kausystem
Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen gehören in Deutschland zur Volkskrankheit Nummer eins. Oft kommen auch Schwindel- und Ohrgeräusche wie Tinnitus hinzu. Zu wenig Bewegung, eine falsche Sitzhaltung und Übergewicht gelten als entscheidende Ursachen für dieses Leiden. Dennoch bleiben häufig jahrelange Behandlungsversuche erfolglos. Etwa 35 % der Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen werden durch Störungen im Kiefergelenk ausgelöst und bis zu 45 % der Tinnitus-Erkrankungen haben ihre Ursache in einem falschen Biss.

Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)

Das Gebiss ist fest im Kieferverwurzelt und steht über den Schädel in Verbindung mit der Wirbelsäule. Wird der Kontakt zwischen Zahn und Gegenzahn gestört, kann sich das auf die Muskulatur des Rückens auswirken, und das geschieht gar nicht einmal so selten. Deshalb sollte bei der Diagnostik von Rückenproblemen auch der Zahnarzt mit einbezogen werden. Bei einem gut funktionierenden Gebiss steht jeder Zahn in einer ganz bestimmten Stellung in Kontakt zu seinem jeweiligen Gegenzahn. Dadurch wird die Kaukraft gleichmäßig auf den Kiefer verteilt. „Ist der Kontakt zum Gegenzahn gestört, kann das Rückenschmerzen verursachen.

Rückenschmerz-Patienten gehen ja nicht automatisch zum Zahnarzt. Doch oft haben Betroffene etliche erfolglose Behandlungsversuche hinter sich, bevor der eigentliche Auslöser gefunden wird. Ursachen können fehlende Zähne oder schlechtsitzende Kronen und Füllungen sein, aber auch angeborene Zahnfehlstellungen, ein Schleudertrauma oder starker psychischer Stress.

Wenn die Zähne von Ober- und Unterkiefer nicht korrekt zueinander stehen, verschiebt sich beim Schließen des Mundes der Unterkiefer automatisch in eine neue Position, um diese Fehlstellung auszugleichen. Auf andere Zähne wird so mehr Druck ausgeübt. Durch zu starkes Zubeißen auf einer Kieferseite verkürzen sich die Muskeln auf der anderen Seite. Dadurch kann es zu Nackenverspannungen kommen. Aber auch Angewohnheiten wie Lippenpressen, Kauen auf Stiften und das häufig stressbedingte, angespannte Zusammenbeißen der Zähne können Störungen in der Funktion der Kiefergelenke und Kiefermuskulatur auslösen. Mit modernen Messmethoden und einer manuellen Untersuchung des Kiefers können Störungen diagnostiziert werden.

Korrigiert wird eine Fehlfunktion der Kiefermuskulatur häufig mit einer individuell angefertigten, herausnehmbaren Aufbiss-Schiene. Diese bewirkt, dass Ober- und Unterkiefer wieder zu einem optimalen Verhältnis zueinander kommen und sich die Muskulatur entspannt. Schlechtsitzende Füllungen müssen erneuert oder geschliffen werden, Zahnersatz korrigiert oder ebenfalls erneuert werden.

Zusätzlich ist die Kooperation im Netzwerk mit Physiotherapeuten, Orthopäden, Psychologen und Schmerztherapeuten in vielen Fällen zwingend erforderlich.