Schmerzbewältigung bei chronischen Schmerzen

Mai 15

Schmerzbewältigung bei chronischen Schmerzen

1. Definition

Die Schmerzbewältigungstherapie wird zur Verhaltenstherapie gezählt und strebt durch sachliche Information und praktische Übungen eine verbeserte Bewältigung chronischer Schmerzen an (Basler 2001).

2. Methoden der psychologischen Schmerzbewältigung (Wikipedia)

Ablenkung

Man lässt sich vom Schmerz nicht unterkriegen, sondern setzt ihm etwas entgegen. Dabei geht es darum, den Fokus der Aufmerksamkeit vom Schmerz weg auf andere Inhalte zu lenken. Das geschieht durch:

  • Positive Gedanken, wie z.B. „Ich lasse mich vom Schmerz nicht unterkriegen“. „Der Schmerz geht schon vorüber.“ u.a.
  • Positive Vorstellung, z.B. Ort der Kraft, Ort der inneren Ruhe, Fantasiereisen
  • Angenehme Aktivitäten, wie z.B. „Buch lesen“, „Spaziergang“, „Baden“ oder „ins Kino gehen““, unterstützt durch körperliches Training und physiotherapeutische Maßnahmen

Wahrnehmung

Die Wahrnehmung ist bei depressiven Zuständen gehemmt und muss entsprechend geübt werden.

  • Selbstwahrnehmungstraining
  • Biofeedback: Es stellt operantes Lernen dar. Körperfunktionen dar, für die man keine bewusste Antenne hat, werden durch den Einsatz von Messgeräten wahrnehmbar gemacht. So kann das Ausmaß der Entspannung durch die Messung und Sichtbarmachung des Hautwiderstandes erkannt werden. Das Messgerät stellt also ein Feedback für den Patientendar. Bewährt hat sich das Respiratorische Feedback.

Löschung von Schmerz- und Rückzugsverhalten

Aktivitätsregulation bei Überbelastung:

z.B. langes Arbeiten ohne Pausen („durchhalten müssen“)

Entspannung

Schmerzen treten eher in Stress- und Belastungssituationen auf. Umgekehrt zeigt es sich, dass im Zustand der Entspannung die Schmerzintensität abnimmt. Deshalb sind verschiedene Entspannungsverfahren sehr sinnvoll einzusetzen:

  • Progressive Entspannung nach Jacobson: Ein Verfahren, bei dem durch die willentliche und bewusste An- und Entspannung bestimmter Muskelgruppen ein Zustand tiefer Entspannung des ganzen Körpers erreicht wird.
  • Autogenes Training: Vorstellung von Ruhe, Glück, Freiheit und Harmonie; Einbeziehen beruhigender Sinneseindrücke
  • Selbsthypnose: Durch Autosuggestion herbeigeführter schlafähnlicher Zustand, z.B. durchAudiokassetten
  • Hypnose: Bei Hypnose kann über Suggestion das Schmerzempfinden herabgesetzt werden.

3. Fazit für den CMD-Behandler

Eine Behandlung von Schmerzpatienten ohne Berücksichtigung der emotionalen Aspekte entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Insbesondere chronische Schmerzen müssen überwiegend verhaltenstherapeutisch angegangen werden, wobei die Techniken der psychologischen Schmerztherapie in der täglichen Praxis gut umsetzbar und effektiver sind als rein somatische Ansätze (Dworkin 2001, Dworkin 2002).

4. Vertiefende Literatur

Wegweiser Verhaltenstherapie (Kanter et al. 2001), Psychologische Schmerztherapie (Basler et al. 2004).