Titandioxidpartikel in unserer Nahrung / Teil 2

Dez 18
Titandioxidpartikel in unserer Nahrung

Titandioxidpartikel in unserer Nahrung / Teil 2

Auswirkungen auf die Verträglichkeit von Titanimplantaten – Titandioxid schadet auch dem Mikrobiom unseres Darms

In der neuesten Studie der Universität von Sydney erschienen am 14.05.2019 im Frontiers Journal, wurde Mäusen für mehrere Wochen Trinkwasser mit Titandioxidpartikeln verabreicht. Es zeigte sich, dass TiO2 zwar nicht die Zusammensetzung der Darmflora beeinflusst, wohl aber die Aktivität der Bakterien und die Bildung eines bakteriellen Biofilms begünstigt wurde, vor allem von E.coli und E.faecalis. Dieser bakterielle Biofilm im Darm ist mit der Entstehung von entzündlichen Darmerkrankungen und Darmkrebs assoziiiert.

Des Weiteren verminderte sich die Länge der Darmkypten. Die Infiltration von CD8 T-Zellen und Makrophagen stieg an, und es kam zu einer erhöhten Expression von inflammatorischen Zytokinen. Zusammenfassend führt Titandioxid zu einer erhöhten Entzündungsbereitschaft des Darms.

In der Universität von Zürich, unter der Leitung von Prof. Gerhard Rogler, wird an den Auswirkungen von den Nanopartikeln auf die Darmschleimhaut geforscht. Erste Ergebnisse zeigen, dass vor allem Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn mit daraus resultierend gestörter Barriere der Darmschleimhaut durch Titanoxidpartikel deutlich erhöhte TiO2 -Blutwerte aufweisen und die Aufnahme schubverstärkend wirken kann.

Es steht der Verdacht im Raum, dass auch Krankheiten wie Demenz, Asthma, Ekzeme und Autismus durch die Aufnahme von Titandioxidpartikeln ausgelöst werden können.

Welche Auswirkungen haben Titanimplantate auf unseren Organismus?

Es stellt sich nun die Frage, wie die zunehmende orale Einnahme von E 171 und die steigende Exposition in der Umwelt die Entzündungsbereitschaft unseres Immunsystems auf Titanoxidpartikel, die eindeutig im umgebenden Weichgewebe und Knochen von Titanimplantaten gefunden werden, beeinflusst. Die passivierende Schutzschicht, die sich spontan auf der Titanoberfläche zusammen mit Sauerstoff bei der Exposition mit Luft bildet, gewährleistet einen Korrosionsschutz. Es zeigte sich jedoch in zahlreichen Studien, dass diese Titanoxidschicht gestört werden kann und sich unter physiologischen Bedingungen verändert. In Tierversuchen haben sich Titanbelastungen parenchymatöser Organe nach Hüft- oder Zahnimplantaten gezeigt. Die höchste Anreicherung fand sich in den regionalen Lymphknoten, in der Lunge und in der Milz, eine geringere in der Leber und Niere.

Durch Überbelastung und physiologische Mikrobewegungen des Implantates, bei der es zu einem fortwährenden Abscheren der Oxidschicht in das Gewebe kommt (Reibkorrosion), oder auch Erniedrigung des pHs in der Umgebung ausgelöst durch entzündliche Vorgänge gelangen Titandioxidpartikel in das umgebende Gewebe. Durch die Attacke von Lipopolysacchariden kann der Oxidfilm zerstört werden und eine Freisetzung von Suboxiden, Ti3 oder TiO in die Umgebung stattfinden.

Auch durch die negativ geladenen Elektronen im Speichel und die positiv geladenen Metallionen der Titanoberfläche bei Exposition in die Mundhöhle kann ein Korrossionsprozess durch Ionenaustausch initiiert werden. Wir müssen davon ausgehen, dass Titanimplantate im menschlichen Körper nicht absolut biokompatibel sind und somit zur Auslösung von Erkrankungen beitragen können. Dieses Wissen ist nicht neu, schon 1997 entstanden bei Ratten nach Injektion von Suspensionen aus Titanpulver bösartige Bindegewebstumoren und Lymphosarkome.

Quelle: Dr. Rebekka Hueber, SDS Swiss Dental Solutions