Titandioxidpartikel in unserer Nahrung / Teil 3

Jan 08

Titandioxidpartikel in unserer Nahrung / Teil 3

Auswirkungen auf die Verträglichkeit von Titanimplantaten – Gibt es Allergien auf den Werkstoff Titan?

Allergien gegen Titan kommen praktisch nicht vor, weshalb ein Lymphozytentransformationstest meist negativ ausfällt und die Schulmedizin den Werkstoff deshalb als das Material mit der besten biologischen Verträglichkeit einschätzt. Das ist jedoch eine sehr einseitige Betrachtungsweise. Es kommt zwar nur in seltenen Fällen zu einer allergischen Reaktion auf einen titanhaltigen Werkstoff und dann in der Regel eher auf Legierungsbestandteile oder Verunreinigungen, wie z.B. Aluminium, Nickel oder Vanadium. Reaktionen auf Titanoxide gibt es aber sehr wohl, vor allem unter einer bestimmten genetischen Disposition und nicht allergischer, sondern entzündlicher Art.

Ein Titanstimulationstest kann die genetische Disposition über den Nachweis spezifischer Entzündungsbotenstoffe belegen. Titanpartikel aktivieren Gewebemakrophagen, wodurch es zu einer erhöhten Ausschüttung von TNF-alpha und IL-1-ß kommt. TNF-alpha hat eine Schlüsselrolle bei zahlreichen infektiösen und entzündlichen Erkrankungen. Osteoklasten werden aktiviert und können eine Periimplantitis, also einen Knochenabbau rund um das Implantat, fördern.

Im umliegenden Knochen sind die RANTES/CCL5-Werte um ein 30-faches erhöht. Die dadurch entstehende chronische, stille Entzündung (silent inflammation) kann zu Krankheitsbildern wie rheumatische Arthritis, Multiple Sklerose und weiteren systemisch-inflammatorischen Erkrankungen beitragen.

Titanoxidpartikel verlangsamen ebenfalls signifikant das Zellwachstum und die Proliferationsrate von Gingivofibroblasten und Osteoblasten. Diese mesenchymalen Zellen, die bei der Synthese der extrazellulären Matrix des Bindegewebes beteiligt sind, zeigten eine inflammatorische Reaktion auf die Nanopartikel.

Titanoxid aus Sicht der Toxikologie

Aus toxikologischer Sicht kann eine subtoxische Belastung von Titan und seinen Verbindungen medizinisch nur anhand der langfristigen Auswirkungen diagnostiziert werden. Subtoxisch bedeutet, dass eine substanziell-toxische Belastung des Organismus meist deutlich unterhalb eines toxikologisch relevanten Grenzwertes liegt. Der Organismus erkennt den Stoff nicht als Giftstoff, da nur Minidosen zugeführt werden, das Immunsystem leitet keine Abwehrreaktion ein, weshalb die Substanz über lange Zeit praktisch ungehindert deponiert werden kann, bis das Depot unter Umständen toxisch relevante Dosen erreicht.

Die Wirkungsmechanismen des Titanoxids ähneln vermutlich denen anderer Metalle. Dazu gehören die Hemmung der Enzymaktivität und somit des Stoffwechsels, vermehrte Bildung freier Radikale, Öffnung der Blut-Hirn-Schranke und entsprechende psycho-neuro-immunologische Wirkungen. Aus der Toxikologie ist bekannt, dass Titandioxid ab einer individuell unterschiedlichen, kritischen Dosis zu entzündlichen und fibrotischen Veränderung führt und Metallionen (Nickel, Titan, Kadmium und wahrscheinlich auch Quecksilber) eine kanzerogene Aktivität besitzen. Entzündungsmediatoren können labortechnisch verifiziert werden, chronisch-toxikologische Reaktionen jedoch oft nur im Nachhinein anhand des Krankheitsgeschehens, wie beispielsweise bei den Autoimmunerkrankungen rheumatoide Arthritis, Multiple Sklerose oder Morbus Parkinson.

All diese Erkenntnisse zeigen, dass wir nicht nur beim Einkauf von Lebensmitteln viel genauer hinsehen und den Schwerpunkt auf natürliche und biologisch verträgliche Nahrung legen sollten, sondern dass wir auch in der Zahnheilkunde biologisch verträgliche Materialien, wie beispielsweise Zirkondioxid, verwenden sollten, um den Organismus unserer Patienten nicht noch zusätzlich zu belasten.

Offen bleibt die Frage, wie sich der zunehmende Konsum von TiO2, dem wir heutzutage kaum noch auskommen, auf die Verträglichkeit von Titanimplantaten auswirkt. Dies können nur wissenschaftlich fundierte Langzeitstudien und die konsequente kritische Betrachtung der Verwendung von metallischen Werkstoffen in der Zahnmedizin vor allem bei chronisch und schwer erkrankten Patienten zeigen. Der sicherste Weg ist hier der konsequente Verzicht auf diese Materialien bei gleichzeitiger immunologischer und biologischer Stabilisierung unserer Patienten,

Quelle: Dr. Rebekka Hueber, SDS Swiss Dental Solutions