Umweltbelastung, Dysbiose und Schleimhautimmunität

Nov 13

Umweltbelastung, Dysbiose und Schleimhautimmunität

Die Aufrechterhaltung der Integrität menschlicher Grenzflächen (Haut und Schleimhäute) ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Erhalt menschlicher Gesundheit. Bei Störungen der Barriefunktion (leaky gut) kommt es zur Triggerung nicht nur lokaler, sondern auch systemischer Immunreaktionen, die bei Persistenz auf andere Regulationssysteme Einfluss nehmen können. Funktionelle Störungen wie auch chronische Entzündungen können die Folge sein.

Xenobiotika und Darmschleimhaut

Die Darmmikrobiota des Menschen stellt ein komplexes Ökosystem dar, das aus 500–1.000 Bakterienspezies besteht. Die Anzahl der bakteriellen Gene ist 100-fach höher als die des menschlichen Genoms. Die Funktion der Mikrobiota, die Interaktionen der Mikroorganismen untereinander, die Wechselwirkung mit den Darmepithelien und dem Immunsystem sowie der Gesamteinfluss auf den Menschen sind komplex.

Ähnlich verhält es sich mit den Interaktionen des Darm-Mikrobioms gegenüber Fremdstoffen.

Unstrittig ist, dass die Zusammensetzung des Darm-Mikrobioms von Umweltfaktoren beeinflusst wird. So hat z.B. die Qualität der Ernährung wesentlichen Einfluss auf die Struktur und Funktion der Mikrobiota und ist bei verschiedenen gastrointestinalen Erkrankungen (z.B. Darminfektionen) verändert. Zudem werden Auswirkungen auf das Immunsystem und Gehirn beschrieben. So geht man derzeit auch davon aus, dass eine Reihe von Zivilisationskrankheiten, insbesondere Übergewicht, Fettleibigkeit, nichtalkoholische Fettleber (NASH)12, Typ-2-Diabetes und metabolisches Syndrom, aber auch kardiovaskuläre Erkrankungen  Rheuma und Krebs mit einer chronischen Störung der Mikrobengesellschaft im Darm zusammenhängen. Medikamente, Alkohol, Nikotin, freie Sauerstoffradikale und Allergene beeinflussen die Integrität der Darmbarriere, indem sie ein Leaky-Gut-Syndrom induzieren. Ähnliches konnte für Metalle gezeigt werden, die u.a. durch die Entwicklung freier Sauerstoffradikale.

Für Zahnmetalle konnte gezeigt werden, dass es die Bildung kurzkettiger Fettsäuren verringert und die Detoxifikation der Phase II chemischer Substanzen beeinflusst. Quecksilber induziert Hg- und Antibiotika-resistente Keime. Diese können HG(II) in HG(0) und Methylquecksilber umwandeln. Quecksilber erzeugt überdies gravierende Dysbiosen, dezimiert Bacteroides-Stämme und erhöht Actinobacteria.