Was Sie bei Lippenherpes tun können

Apr 03

Was Sie bei Lippenherpes tun können:

Rund ein Drittel aller Menschen leidet unter Herpes labialis, auch bekannt als Lippenherpes oder Fieberbläschen. Die Viruserkrankung wird hervorgerufen durch das Herpes-simplex-Virus Typ 1. Meist erfolgt die Erstinfektion im Kindesalter und verläuft üblicherweise symptomfrei. Jedoch verbleibt das Virus lebenslang in einer Art Ruhezustand im Organismus. Bei etwa 30 % der erwachsenen Bevölkerung erfolgt mindestens einmal im Leben eine sichtbare Reaktivierung.

Behandlungstipps

Eine Linderung der Beschwerden bringen Eiswürfel, die in ein Taschen- oder Küchentuch gewickelt und auf die Wunde der Herpesinfektion gepresst werden. Die Behandlung erfolgt mehrmals täglich. Zahnpasta trocknet die Bläschen aus und hat somit eine ähnliche Wirkung wie Zugsalbe. Die Wirkung dieser Methode ist allerdings häufig nicht zufriedenstellend. Zudem besteht die Gefahr, dass sich durch die Zahnpasta Entzündungen bilden, welche die Heilung weiter verzögern.

Das alte Heilmittel Honig (propolis) wirkt antibakteriell und hilft gegen zahlreiche Krankheitserreger. Bei Lippenherpes angewandt, erfolgt die Heilung schneller. Um die bestmögliche Wirkung zu erzielen, sollte ein in Honig getränktes Tuch viermal täglich für 15 Minuten auf die Herpesstelle getupft werden. Wer etwas Teebaumöl in eine Creme tropft und diese schon bei den ersten Anzeichen mit einem Wattestäbchen auf die Herpesbläschen reibt, kann oft die lästige Bläschen- und Krustenbildung vermeiden. Auf keinen Fall sollte das Teebaumöl pur aufgetragen werden, da sonst die Haut zu sehr austrocknen kann. Lippenherpes lässt sich auch mit einem normalen Haarföhn „behandeln“. Dazu den Föhn nicht zu heiß einstellen und direkt auf die Ausbruchsstelle richten. Die Föhnbehandlung sollte jeweils abends und morgens erfolgen. Bereits nach einer Behandlung ist meist zu beobachten, dass sich die Herpesbläschen zurückbilden.

Vorbeugung und Verhaltensweisen

Der Patient kann durch eine gesunde Lebensweise die Abwehrkräfte seines Körpers stärken. Dazu zählen eine abwechslungs- und vitaminreiche Ernährung, regelmäßiger Sport und ausreichend Schlaf. Da Stress und psychische Belastungen zu den Hauptursachen für den Ausbruch des Herpes labialis gehören, sollten Betroffene Stress möglichst vermeiden, oder Strategien lernen, um damit besser umzugehen. Lippen und der Mundbereich sind bei starker Sonneneinstrahlung zu schützen. Empfehlenswert ist ein Lichtschutzfaktor von mindestens 20 oder das Verwenden von sogenannten Sun-Blocker-Pasten. Der Patient sollte die Bläschen – wegen der Ansteckungsgefahr – nicht mit den Fingern berühren. Man sollte die Herpescreme deshalb immer mit einem Wattestäbchen auftragen und sich anschließend die Hände waschen. Es besteht die Gefahr, dass Herpesviren auf das Auge übertragen werden. Deshalb sollten Kontaktlinsenträger während der Bläschenphase eine Brille tragen und das Gesicht zuerst im Bereich der Augen und dann den Rest reinigen.

Um die Infektionsgefahr zu vermeiden, ist es ratsam, Besteck, Handtücher und andere Gegenstände nicht gemeinsam mit Familienmitgliedern oder Freunden zu benutzen. Die während der Bläschenphase verwendeten Zahnbürsten und Lippenpflegestifte sollten nach Abklingen der Infektion ausgetauscht werden, um eine Reinfektion zu vermeiden. Selbstverständlich gilt: Während der Infektionsphase ist Küssen untersagt, das gilt auch für das Verteilen von Küsschen an Kleinkinder und Säuglinge. Auch eine gute Lippenpflege – zum Beispiel mit Dexpanthenol, einer Augen- und Nasencreme – ist während des Herpes labialis notwendig. Dadurch werden die Lippen möglichst geschmeidig gehalten, und ein erneutes Aufreißen der Kruste wird vermieden.