Was tun gegen den trockenen Mund?

Nov 11
Mundtrockenheit

Was tun gegen den trockenen Mund?
Ursachen und Therapie

Veränderungen der Mundschleimhaut sind unangenehme Begleiterscheinungen einer Vielzahl von Krankheitsbildern. Beispielsweise wird Mundtrockenheit verursacht durch viele Krankheiten, aber auch durch deren Behandlung. Denn die Mundtrockenheit ist als Nebenwirkung von über 400 Medikamenten bekannt und ist zudem eine Folge der Strahlentherapie.

Weiterhin sind insbesondere ältere Menschen betroffen, meist als Resultat einer unzureichenden Flüssigkeitsaufnahme.

Die Veränderung der Mundschleimhaut ist mit zahlreichen Folgen verbunden. Schmerzen bei der Nahrungsaufnahme, Schluckstörungen und Schwierigkeiten beim Sprechen beeinträchtigen ganz entscheidend die Lebensqualität der Patienten.

  • Der Speichel ist schaumig und klebrig.
  • Die Zunge brennt und schmerzt.
  • Die Nahrung kann nur zusammen mit Flüssigkeit aufgenommen werden.
  • Speisen können kaum geschluckt werden.
  • Der Geschmackssinn ist beeinträchtigt.
  • Das Sprechen fällt schwer.
  • Krankheitserreger können die Mundhöhle besiedeln und verursachen entzündungsbedingte Schmerzen.
  • Die erhöhte Keimbesiedelung kann Kariesbefall bis zum Zahnverlust begünstigen.

Bemerken Sie eine oder mehrere der genannten Unannehmlichkeiten bei sich selbst, dann leiden Sie wahrscheinlich an Mundtrockenheit (Xerostomie).

Hervorzuheben ist, dass die Beschwerden nicht nur die Lebensqualität vermindern, sondern auch weitere Komplikationen verursachen können. Beispielsweise sind Mundschleimhautentzündungen und Pilzbefall (Soor) häufige Begleiterscheinungen der Mundtrockenheit. Die Schmerzen bei der Nahrungsaufnahmekönnen wiederum zu einer Mangelernährung führen und diese bedingt i.d.R. eine allgemeine Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Lt. Unterschiedlichen, wissenschaftlichen studien senkt die Mangelernährung die Überlebenschancen bei Krebspatienten signifikant und wird hier als zweithäufigste Todesursache angesehen.

Wie kommt es zur Mundtrockenheit?

Der menschliche Speichel wird in den Speicheldrüsen produziert. Alle Speicheldrüsen zusammen produzieren täglich bei einem gesunden Menschen ca. 1,5 l Speichel. Hauptsächlich geschieht dies in drei paarig angelegten Drüsen.
Zusammensetzung und Menge des Speichels verändern sich mit der Beschaffenheit der aufgenommenen Nahrung. Trockene Speisen erhöhen die Produktion von dünnflüssigem Spülspeichel, während die Aufnahme von flüssigkeitshaltigen Speisen die Abgabe des viskösen Verdauungsspeichels anregen. Auch ohne Nahrungsaufnahme findet immer eine geringe Ruhe-Ausscheidung statt.

Es gibt verschiedene Ursachen, die eine Mundtrockenheit hervorrufen können. Dabei ist entweder die Speichelmenge infolge der Unterfunktion der Speicheldrüsen vermindert, oder die Speichelzusammensetzung verändert.

  • Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis
  • Stoffwechselerkrankungen wie z.B. Diabetes
  • Etwa 400 Medikamente haben als Nebenwirkung die Mundtrockenheit. Dazu gehören Diuretika, Antidepressiva, Analgetika (z.B. Morphin) etc.
  • Mangelnde Flüssigkeitszufuhr z.B. wg. Vermindertem Durstgefühl im Alter

Dass die Mundtrockenheit keinesfalls eine Seltenheit ist, zeigen zahlreiche Untersuchungen. Nach einer repräsentativen Umfrage leiden 11 % der Bundesbürger an Mundtrockenheit. In der Altersgruppe von 61 bis 79 Jahren steigt dieser Anteil sogar auf 21 %.

Was tun gegen den trockenen Mund?

Der natürliche Speichel hält die Mundhöhle feucht und ermöglicht uns das Sprechen, Kauen und Schmecken. Der gesunde Speichelfluss reinigt außerdem die Mundhöhle und die Zähne. Im Mundraum befinden sich bis zu 1 Mrd. Bakterien pro Millimeter Speichel, die durch das Schlucken aus der Mundhöhle eliminiert und im Maen unschädlich gemacht werden. Hierdurch verhindert u.a. der gesunde Speichel, dass die Mundhöhle von Krankheitserregern besiedelt wird.

Wie können Sie aber Ihren Mund längere Zeit feucht halten, wenn der Speichel, der von Ihren Speicheldrüsen produziert wird, dafür nicht ausreicht?

Hilfe geben Ihnen verschiedene Möglichkeiten:

  • Trinken Sie viel Wasser / Tee (bitte keine zuckerhaltigen Getränke).
  • Spülen Sie den Mund mit Wasser / Tee aus.
  • Lassen Sie Eiswürfel aus z.B. Ananassaft langsam im Mund zergehen.

Diese Methoden werden Ihnen sicherlich Linderung verschaffen, sind aber nur von kurzer Dauer. Längere Wirkung entfalten Lutschtabletten wie z.B. Aquamed.