Wie sieht die Vorgehensweise für eine sichere Amalgamentfernung aus?
Eine sichere Entfernung erfordert den Einsatz eines Kofferdams als Gummischutz sowie einer Nasenmaske, um das Verschlucken und Einatmen von hochgiftigen Quecksilberdämpfen zu verhindern.
Beim herkömmlichen Herausbohren mit Wasser entstehen Stäube und Dämpfe, die ohne Schutzmaßnahmen direkt in den Organismus gelangen. Das Schutzprotokoll umfasst:
1. Den Einsatz eines Kofferdams (Regenmantel für den Zahn), der den Arbeitsbereich isoliert.
2. Eine externe Sauerstoff- oder Nasenmaske für den Patienten zur Vermeidung der Dampfinhalation.
3. Die Verwendung spezieller Bohrer und Techniken, um die Hitzeentwicklung und damit die Quecksilberfreisetzung zu minimieren.
Warum ist eine Schwermetallausleitung nach der Entfernung notwendig?
Aufgrund der hohen biologischen Halbwertszeit von bis zu 30 Jahren verbleibt Quecksilber auch nach der Entfernung der Füllung im Körper und muss aktiv ausgeleitet werden.
Die Halbwertszeit beschreibt die Dauer, bis die Hälfte eines Stoffes den Organismus verlassen hat. Ohne eine gezielte Entgiftung (Schwermetallausleitung) bleiben die eingelagerten 20 % des Quecksilbers über Jahrzehnte in den Organen aktiv. Durch die Einnahme spezifischer Bindemittel wird der Körper dabei unterstützt, diese tiefsitzenden Depots über die Ausscheidungsorgane zu eliminieren.
Welche metallfreien Alternativen gibt es in der biologischen Zahnmedizin?
Moderne biologische Praxen arbeiten vollständig metallfrei und nutzen biokompatible Keramiken oder speziell getestete Kunststoffe als Ersatz für Amalgam und Metalllegierungen.
Um sicherzustellen, dass neue Materialien keine immunologischen Reaktionen auslösen, kommen diagnostische Verfahren wie der LTT-Test (Lymphozytentransformationstest) oder die Multielementanalyse des Speichels zum Einsatz.