Fragen zu Keramik Implantaten

Nov 17
Implantologie

Fragen zu Keramik Implantaten:

1. Befestigungsschrauben zum zweiteiligen Keramik-Implantat.

Bei einem zweiteiligen Keramik-Implantatsystem ist die Verbindung vom Aufbau zum Implantat mit einer Befestigungsschraube versehen. Hier gibt es drei Alternativen von Befestigungsschrauben: aus Kunststoff, Titan oder Stahl.

Welches Material verwenden Sie für die Befestigungsschraube bei Keramik-Implantaten?

Antwort:
Da wir grundsätzlich metallfrei arbeiten, verwenden wir das sog. Peek-Material. Peek (Polyetheretherketon) ist ein teil-kristalliner Hochleistungskunststoff mit einer einzigartigen Kombination aus sehr guten mechanischen Eigenschaften, hoher Temperaturbeständigkeit und ausgezeichneter chemischer Beständigkeit. Da die Schraube völlig ummantelt ist, und kein Kontakt zum Organismus besteht, gibt es keine Unverträglichkeitsreaktionen.

Welche Alternativen gibt es ansonsten für Patienten mit einer vorhandenen Allergie gegen Titan? Gibt es auch Befestigungsschrauben aus Keramik?

Antwort:
Nein, Keramikschrauben würden brechen und haben eine insuffiziente Duktilität.

2. Kleber

Welcher Kleber wird vorwiegend in Ihrer Praxis verwendet, um die Kronen zu befestigen? Verwenden Sie temporäre Kleber, die jederzeit löslich sind oder unlösliche Kleberwie Ketac, Durelon?

Antwort:
Da die Kleber immer einen Kontakt zum Organismus haben, verwenden wir grundsätzlich keine Kunststoffkleber sondern Mineralstoffzemente. Auch diese können in seltenen Fällen Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen. Dementsprechend testen wir vorher die individuelle Verträglichkeit am Patienten. (z.B. Effektorzelltypisierung). Die Erfahrung zeigt, dass der Mineralstoffzement Durelon in den meisten Fällen verträglich ist. Durelon erlaubt uns, im Notfall eine Krone oder Brücke wieder von den Implantaten zu lösen.

Sehen Sie bei Verwendung von unlöslichen Klebern eine Gefahr, weil es bei evtl. notwendigen Eingriffen zur Zerstörung der Implantate oder Kronen kommt?

Antwort:
Das hängt von den physikalischen Eigenschaften des Klebers ab. Bei Kunststoffklebern ist es fast nicht möglich, die Kronen wieder von den Implantaten zu entfernen. Deswegen nutzen wir aus physikalischen, aber auch aus Verträglichkeitsgründen Mineralstoffzemente.

Quelle: Dr. med. dent. Wolfgang H. Koch, Ganzheitlich dentales Gesundheitsmanagement