Zahnfleischbluten signalisiert eine oberflächliche Entzündung, doch gefährlich wird es, wenn diese schmerzfrei in eine tiefe Parodontitis mit Taschenbildungen übergeht. Eine professionelle Vermessung der Zahnfleischtaschen ist ab einer Tiefe von 4 Millimetern zur Vermeidung von Zahnverlust zwingend erforderlich.
Kann ich Parodontose selbst vor dem Spiegel erkennen?
Eine Selbstdiagnose der Parodontose ist unmöglich, da die Erkrankung heute oft schmerzfrei verläuft und nicht mehr zwingend durch Bluten auffällt.
Entgegen alten Mythen aus der Werbung ist das Fehlen von Schmerzen oder Blutungen kein Beleg für gesundes Zahnfleisch. Das tückische an der modernen Parodontose ist, dass man sie oft erst spürt, wenn der Zahnhalteapparat bereits massiv geschädigt ist. Mit der häuslichen Mundpflege können Patienten nur die sichtbaren Oberflächen reinigen, erreichen aber niemals die tiefen bakteriellen Nischen, in denen die Zerstörung stattfindet. Daher ist eine regelmäßige Kontrolle durch einen Fachmann, der die Taschentiefe objektiv misst, die einzige sichere Methode der Früherkennung.
Expert Insight: Das türkische bei der Parodontose ist mittlerweile dass man es nicht mehr spürt. - Dr. Wolfgang H. Koch
Was ist der Unterschied zwischen Gingivitis und Parodontose?
Der Hauptunterschied liegt in der Tiefe der Zahnfleischtaschen: Eine Gingivitis weist Taschen von 2 bis 3 Millimetern auf, Parodontose dagegen 5 bis 8 Millimeter.
Eine Gingivitis ist eine reine Zahnfleischentzündung, die oft schon ab dem 18. Lebensjahr auftritt. Hierbei hat sich das Zahnfleisch nur leicht vom Zahn abgelöst, was durch professionelle Prophylaxe noch gut heilbar ist. Wird diese Vorstufe jedoch vernachlässigt, vertiefen sich die Taschen auf 5 bis 8 Millimeter. In diesem Stadium spricht man von Parodontose, bei der die Bakterien für die Zahnbürste vollkommen unzugänglich sind und eine spezielle Behandlung mit Ozon oder Plasma notwendig wird
Wie stellt der Zahnarzt eine Parodontitis fest?
Die Diagnose erfolgt durch eine akribische Untersuchung der Mundhöhle, das Abtasten der Kiefermuskulatur und das präzise, computergestützte Ausmessen der Taschen.
Der Zahnarzt beginnt die Untersuchung oft mit dem Abtasten der Kiefermuskulatur, um Fehlbelastungen durch einen falschen Biss zu identifizieren. Stark belastete Zähne sind anfälliger für den Rückzug des Zahnfleisches. Zudem werden alle Füllungen auf Dichtigkeit geprüft, da defekte Ränder ideale Schlupfwinkel für Bakterien bieten. Das Herzstück der Diagnose ist die computergestützte Befundung der Taschentiefe, die als exakte Kennzahl für die Krankenkasse und als Vergleichswert für den späteren Therapieerfolg dient.
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