Kopfschmerzen, Tinnitus, immer wieder krank – und gar nichts hilft dagegen? Fragen Sie einmal Ihren Zahnarzt!

Nov 30

Kopfschmerzen, Tinnitus, immer wieder krank – und gar nichts hilft dagegen? Fragen Sie einmal Ihren Zahnarzt!

Wer denkt schon an die Zähne, wenn’s im Rücken ziept, oder eine Erkältung die nächste jagt? Falls kein Arzt dem Übel ein Ende bereiten kann, und seit Jahren nichts richtig hilft, lohnt sich u. U. ein Besuch bei der Zahnärztin.

Pfeifen im Ohr oder verspannter Rücken?

Kann es sein, dass Ihr Biss nicht stimmt? Greifen die Zähne von Ober- und Unterkiefer nicht harmonisch ineinander, beeinflusst das keineswegs nur das Kiefergelenk – sondern den ganzen Körper. Zahnmediziner sprechen von einer craniomandibulären Dysfunktion (CMD). Wer z.B. zu weit hinten beißt, schiebt den Kopf entsprechend nach vorn. Das kann sich bis ins Becken auswirken und so schließlich zu einer Schiefstellung mit unterschiedlich langen Beinen führen, weiß Dr. Wolfgang H. Koch, Vorstandsmitglied der Internationalen Gesellschaft für Ganzheitliche ZahnMedizin. Auch Ohrgeräusche (Tinnitus) und Kopfschmerzen können auf das Konto einer CMD gehen. Manchmal sind auch zu hohe Kronen, Plomben, ein gekippter Zahn oder Zahnlücken schuld an der gestörten Mundharmonie. So kann es sein, dass eine Zahnspange gegen Rückenschmerzen hilft oder eine maßangefertigte Beißschiene vom Tinnitus befreit.

Es ziept im Knie oder in der Schulter?

Vielleicht hat der Zahnarzt vor einigen Monaten einen Ihrer Zähne an der Wurzel behandelt? Dr. Hansjörg Lammers, Ganzheitszahnmediziner mit eigener Praxis in Wülfrath, warne: Die gängige Wurzelbehandlung mit einem Mix aus Antibiotika, Corticoiden und Formaldehyden macht einen Wurzelkanal und seine langen Seitenkanäle nie völlig bakterienfrei. Gerade wenn Zahnwurzeln mehrere Kanäle haben, kann das zum Problem werden. Erreger wandern möglicherweise in besonders anfällige Zonen wie die Gelenke, und wenn die sich entzünden, tut es richtig weh. Für Schulmediziner wie Professor Georg Meyer wird’s gefährlich, wenn z.B. unter dem Zahn der Kieferknochen schrumpft. Das ist ein Hinweis darauf, dass seit Jahren eine Entzündung besteht“, so der ärztliche Direktor im Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Greifswald. Wird der vorbehandelte Zahn gezogen, verschwinden mit ihm oft auch die Schmerzen.

Kränkeln Sie oft und sind immer müde?

Kann es sein, dass Ihr Immunsystem permanent gegen Zahnmetalle feuert? Sie stammen möglicherweise aus Kronen, Brücken oder Füllungen, werden vom Speichel gelöst und über den Blutkreislauf in den Organismus geschwemmt. Nicht nur umstrittene Zahnmetalle wie Amalgam können Probleme machen. Wer Zahnersatz aus Gold oder Platin bekommt, scheidet erwiesenermaßen deutlich mehr dieser Edelmetalle aus. so Ganzheitsmediziner Dr. Koch. Schulmediziner sehen darin gar kein Problem. Aber den ganzheitlichen Zahnmedizinern zufolge gibt es empfindliche Typen – und die bekommen dann wohlmöglich noch eine Plage dazu. Kopfschmerzen, Allergien, Muskelschmerzen und chronische Müdigkeit können auf eine Metallunverträglichkeit hindeuten, so der Umweltmediziner Dr. Kurt E. Müller aus Isny. Vor allem, wenn Prothesen oder Inlays nicht fachgerecht bearbeitet wurden oder abgeplatzt sind, werden vermehrt Metalle ausgelöst. Ein beschädigtes Inlay wieder in Ordnung bringen zu lassen, schützt also nicht nur den Zahn vor Karies sondern macht wohlmöglich den ganzen Körper wieder fit.

Haben Sie Schmerzen in den Beinen?

Das könnte am kranken Zahnfleisch liegen. Erstes Alarmzeichen ist Zahnfleischbluten beim Zähneputzen. Auslöser sind Keime, die das Zahnfleisch entzünden und es gleichzeitig als Eingangspforte in den Organismus nutzen. Bei ihrer Zerstörungstour durch den Körper haben es die Bakterien u.a. auf die Gefäßinnenwände abgesehen. Neben dem Herzen können auch die Venen in den Beinen betroffen sein. Sie entzünden sich, ohne dass ein Krampfaderleiden vorliegt“, weiß Ganzheitsmediziner Koch. Darum saniert eine Parodontosebehandlung manchmal nicht nur das Zahnfleisch sondern auch die Beine.

Blasenentzündung? Kopfweh?

Beides kann dieselbe Ursache haben Vielleicht haben Sie schon länger eine Zyste rechts hinten am oberen Backenzahn? Oder eine Zahnfleischtasche ist chronisch entzündet. Auch ein unentdecktes Loch im Zahn kann Sie ganz woanders piesacken; dann nämlich, wenn die Kariesbakterien auch das Zahninnere (Pulpa) zerstören. Die Erreger produzieren dabei giftige Stoffwechselprodukte, die sich über das Blut im Körper verteilen und das Immunsystem in Daueralarm versetzen. Ganzheitliche Zahnmediziner sprechen von der Herdtheorie, wenn Infektionen an den Zähnen in der (Körper-) Ferne schaden. Sie stützen sich bei ihrer Diagnose auf Schaltpläne aus der Traditionellen Chinesischen Medizin. Danach sind z.B. die Schneidezähne mit Stirnhöhle und Harnblase energetisch verbunden. Mit Testverfahren wie dem Muskelspannungstest aus der Kinesiologie und Elektroakupunktur suchen sie den möglichen Krankheitsherd im Mund. Auch wenn Schulmediziner einer Herdtheorie und Testverfahren kritisch gegenüberstehen; in einem ist man sich einig: Die Zähne in Ordnung zu bringen tut dem ganzen Körper gut.