Mund- und Zungenbrennen kann viele Ursachen haben

Dez 05
Mund- und Zungenbrennen

Mund- und Zungenbrennen kann viele Ursachen haben:

Mund- und Zungenbrennen ist ein lästiges, rätselhaftes und oft langwieriges Problem, das vor allem Menschen über 45 Jahre quält. Besonders häufig sind Frauen betroffen. Anders als von vielen befürchtet, handelt es sich dabei nur selten um ein Anzeichen ernsthafter Erkrankungen. Das Problem besteht vielmehr darin, überhaupt eine Ursache aufzudecken. Vielleicht steht deshalb die Schulmedizin diesem Leiden im Grunde hilflos gegenüber. Die Ganzheitliche ZahnMedizin ist zwar bzgl. der Ursachen auch nicht immer klüger, dennoch kann sie therapeutisch helfen.

Zungenbrennen kann allein oder kombiniert mit einem Brennen der Mundschleimhäute auftreten. Manchmal brennen gleichzeitig auch Lippen oder Gaumen. Ein Teil der Patienten berichtet außerdem über Geschmackstörungen und Mundtrockenheit.

Ursachen

Man unterscheidet zwischen Ursachen direkt in der Mundhöhle und außerhalb der Mundhöhle.

Ursachen innerhalb der Mundhöhle

  1. Störung der gesunden Mundflora, also des Zusammenspiels der Bakterien durch Chemikalien, wie z. B. der Verwendung von Zahnpasten mit Schaumbildnern (z.B. synthetische Tenside). Dadurch kann die Bildung von Fäulniskeimen gefördert werden. Das gleiche gilt für den ständigen Gebrauch von Mundwässern.Alternative zu aggressiven Zahnpasten sind Naturkosmetik-Produkte von z. B. Weleda, Lavera zu empfehlen. Mundwässer sollten nur bei akuten Entzündungen auf Anweisungen des Zahnarztes genutzt werden. Das Spülen mit grünem Tee ist vorteilhafter.
  2. Auch bei der Lippenstiftpflege sollte bedacht werden, dass die chemischen Bestandteile von der Schleimhaut der Lippen und damit der Mundhöhle aufgenommen werden können.
  3. Das Zungenbrennen kann auch durch eine Verpilzung der Mundhöhle oder auch des Darmes verursacht werden. Mit Hilfe eines Abstriches kann entweder der Zahnarzt oder der Hautarzt diese Diagnose stellen. Falls sich die Diagnose bestätigt, ist eine entsprechende Pilzbehandlung und eine zuckerfreie Diät zwingend notwendig. Zusätzlich kann eine sogenannte Symbioselenkung unterstützend sein. Pilzfeindlich sind auch Bärlauch, Zwiebeln, Knoblauch und frische Küchenkräuter. Bei Prothesenträgern ist zu beachten, dass sich der Pilz häufig auch im Bereich des Kunststoff des Zahnersatzes einnistet. In diesen Fällen ist eine spezielle Reinigung durch den Zahnarzt erforderlich.
  4. Ein schlecht sitzender Zahnersatz kann ebenfalls Zungen- und Mundbrennen hervorrufen. Häufig bemerkt es der Patient gar nicht, dass der Zahnersatz schaukelt und so ständig die Schleimhaut reizt. Der Zahnarzt wird diese Ursache abklären können. Auch Fehlbelastungen (falscher Biss) sollten berücksichtigt werden.
  5. Neben der mechanischen Reizung der Schleimhäute kann auch die Zusammensetzung des Zahnersatzes Mundbrennen hervorrufen. Im Rahmen der UmweltZahnMedizin wurden entsprechende Tests entwickelt, um diese Ursache abzuklären (sog. Effektorzelltypisierung).Leider ist der direkte zeitliche Zusammenhang zwischen dem Einsetzen des Zahnersatzes und dem Auftreten des Mundbrennens nicht gegeben. Häufig tritt erst Monate, wenn nicht sogar Jahre später das Symptom auf, so dass man nicht mehr an die Materialien als Auslöser denkt. Mit Hilfe der sogenannten Multielementanalyse des Speichels (Speicheltest) kann man die Belastung durch dentale Materialien feststellen.

    Die Arbeitsmediziner haben Grenzwerte definiert, deren Berücksichtigung bei der Diagnosefindung kann weiterhelfen.

Ursachen außerhalb der Mundhöhle

  1. Vitaminmangel Zu den bekanntesten Ursachen des Zungenbrennens zählen Vitamin B12-, Folsäure- und Eisenmangel. Mit Hilfe einer Blutuntersuchung lässt sich feststellen, ob tatsächlich ein entsprechender Mangel vorliegt. Da bei diesen Fällen die Aufnahme durch den Darm nicht mehr optimal funktioniert, sollten die entsprechenden Präparate intramuskulär verabreicht werden.
  2. Durch das Absinken des Östrogenspiegels während der Wechseljahre trocknen die Haut und die Schleimhäute aus. Durch die ständig trockenen Mundschleimhäute kann sich die Mundflora verändern und entsprechendes Brennen verursachen. Die Diagnose sollte durch einen Gynäkologen oder Endokrinologen erfolgen. Therapeutisch können sog. Phytoöstrogene zum Einsatz kommen. Manchmal lässt sich eine Östrogentherapie nicht vermeiden.
  3. Einige Medikamente haben als Nebenwirkung Zungenbrennen, wie z. B. Blutdrucksenker, Anti-Depressiva und Antibiotika. In diesen Fällen sollten Sie mit dem Therapeuten sprechen, ob es ein Alternativpräparat für Sie gibt. Auch hier gilt, dass die Nebenwirkungen erst Monate nach der ersten Einnahme auftreten können.
  4. Es gibt chronische Erkrankungen, die mit Zungenbrennen einhergehen, wie z. B. Diabetes mellitus, das sog. Sjögren-Syndrom, Multiples Sklerose, Auto-Immun Erkrankungen wie Sklerodermie oder die Knötchenflechte (Lichen Ruber).
  5. Die traditionelle chinesische Medizin und auch die Naturmedizin sehen Zusammenhänge zwischen der Zunge und dem Dick- und Dünndarm. Eine Stuhluntersuchung mit entsprechender Therapie kann in diesen Fällen ebenfalls Abhilfe schaffen.
  6. Neurologisch / psychische Erkrankung können mit Zungen- und Mundbrennen einhergehen. Falls keine körperlichen Ursachen oder Faktoren gefunden werden, sollte auch an diese Möglichkeit gedacht werden.

Falls keine Ursachen erkannt werden, kann eine sog. symptomatische Therapie sinnvoll sein.

Dabei haben sich bewährt:

  • Capsaicin (0,025 % Salbe als Apothekenmischung) 3-5 x pro Tag am Schmerzort auftragen
  • alpha Liponsäure (Filmtabletten z. B. von Sandoz, stada, ratiopharm o.a.)
  • Lokalanästhetische Mundspüllösung (Tantum Verde)
  • Vermehrte Flüssigkeitszufuhr (Patient mit Mund- und Zungenbrennen trinken häufig zu wenig)

Grundsätzlich muss die Therapie des Mund- und Zungenbrennens als sehr schwierig bezeichnet werden. Unter Berücksichtigung der vielschichtigen Ursachen bringen die individuell zugeschnittenen Therapieverfahren lediglich bei 40% der Patienten eine Besserung.

Für Patient und Behandler ist es in diesem Zusammenhang nur wenig tröstlich, dass bei etwa der Hälfte der Patienten, innerhalb eines Zeitraumes von bis zu 7 Jahren, eine teilweise Heilung zu beobachten ist.
Grundsätzlich muss die Therapie des Mund- und Zungenbrennens aber leider als sehr schwierig bezeichnet werden. Jedoch ist bei Beschwerden dieser Art Ihr ganzheitsmedizinischer Zahnarzt der richtige Ansprechpartner und Therapeut.

Weitere Informationen zu Beschwerden und Ursachen des Zungenbrennens

 

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