Dr. Wolfgang H. Koch

Was ist eigentlich ein toter Zahn und muss ich mir Sorgen machen

Viele Patienten kommen mit der Frage zu uns, was es bedeutet, wenn ein Zahn als tot bezeichnet wird. Ein Zahn gilt dann als tot, wenn sein Inneres – also der Nerv und die versorgenden Gefäße – abgestorben ist. Meistens liegt das daran, dass Bakterien durch tiefe Karies oder über feine Seitenkanäle bei einer Parodontose in den Zahn eingedrungen sind und die Struktur von innen zerstört haben.

Das Tückische daran ist, dass Sie es oft gar nicht spüren, da der tote Zahn in der Regel nicht wehtut. Dennoch hat jeder tote Zahn zwei Leben: Ein Innenleben, das zwar abgestorben ist, und ein äußeres Leben – die Wurzelhaut. Wenn diese Wurzelhaut auf die Entzündung im Inneren reagiert, kann ein eigentlich toter Zahn plötzlich doch wieder Schmerzen verursachen.

Das Tannenbaum-Prinzip: Warum die klassische Wurzelfüllung an Grenzen stößt

In der Zahnmedizin versuchen wir oft, diese Zähne durch eine Wurzelfüllung zu retten. Wir säubern den Kanal und füllen ihn aus, in der Hoffnung, dass keine Bakterien mehr vorhanden sind. Doch hier gibt es ein anatomisches Problem, das ich gerne als Tannenbaum-Prinzip erkläre.

Stellen Sie sich das Innere Ihres Zahns wie einen Tannenbaum vor. Es gibt einen Hauptstamm, das ist der Wurzelkanal, den wir gut erreichen und säubern können. Aber wie bei einem Baum gibt es hunderte oder gar tausende kleine Nebenkanäle und Verzweigungen. Diese feinen Kanäle können wir mechanisch nicht vollständig reinigen.

Das bedeutet, dass auch nach einer scheinbar erfolgreichen Wurzelbehandlung Bakterien in diesen Räumen verweilen können. Da der Zahn über den Blutkreislauf immer noch mit Ihrem restlichen Körper verbunden ist, können diese Bakterien aus dem Zahn herauswandern und sich im gesamten Organismus verteilen.

Die Fernwirkung: Wenn der Mund den Körper belastet

In der ganzheitlichen Zahnmedizin betrachten wir den Körper als Einheit. Tote Zähne gehören zu den sogenannten stillen Entzündungen. Je nach Stabilität Ihres Immunsystems kann Ihr Körper das eine Zeit lang tolerieren. Wenn die Abwehrkraft jedoch geschwächt ist, kann ein toter Zahn zu einem massiven Hindernis für Ihre Genesung werden.

Durch diese dauerhafte bakterielle Belastung können vielfältige Folgeerkrankungen entstehen:

  • Chronische Kieferhöhlenentzündungen, besonders wenn die oberen Backenzähne betroffen sind.
  • Gesichtsschmerzen wie die Trigeminusneuralgie oder atypischer Gesichtsschmerz.
  • Wiederkehrende Kopfschmerzen und Migräne.
  • Rheumatische Erkrankungen und Entzündungen an den Gelenken.
  • Massive Erschöpfungszustände, Allergien und Darminfektionen.
  • Schwere Immunerkrankungen wie Multiple Sklerose.

Zusätzlich wissen wir aus der Traditionellen Chinesischen Medizin, dass jeder Zahn über Meridiane mit bestimmten Organen verbunden ist. Ein beherdeter Zahn kann somit den Energiefluss stören und eine Blockade im gesamten System verursachen

Wie wir Störfelder in Ihrem Mund sicher finden

Um festzustellen, ob ein Zahn tot ist oder Ihren Körper belastet, nutzen wir verschiedene Diagnosemethoden. Zuerst führen wir oft eine Vitalitätsprobe durch, bei der wir mit Kälte oder einem kleinen elektrischen Reiz prüfen, ob der Nerv noch reagiert. Bei älteren Patienten kann der Nerv jedoch natürlich zurückgebildet sein, weshalb dieser Test allein nicht immer ausreicht.

Deshalb nutzen wir bildgebende Verfahren wie 2D- oder hochmoderne 3D-Aufnahmen, um Entzündungen an den Wurzelspitzen sichtbar zu machen. Wenn die Bilder keine eindeutige Sprache sprechen, führen wir immunologische Tests durch. Dabei nehmen wir etwas Blut ab und lassen prüfen, ob Entzündungsbotenstoffe vorhanden sind, die spezifisch durch tote Zähne ausgelöst werden.

Expert Insight: Ein toter Zahn bleibt aus ganzheitlicher Sicht immer ein Störenfried. Dennoch muss nicht jeder tote Zahn sofort entfernt werden. Wir schauen uns den Menschen hinter dem Zahn an: Ist das Immunsystem stabil, können wir den Zahn beobachten. Bestehen jedoch ungeklärte Symptome, raten wir oft zur konsequenten Behandlung.

Der Weg zu einer gesunden Mundhöhle

Wenn die Diagnose eindeutig zeigt, dass ein toter Zahn Ihren Organismus belastet, ist die Entfernung oft der sicherste Weg. In der ganzheitlichen Praxis geht es dann darum, die entstandene Lücke biologisch verträglich zu schließen. Wir empfehlen hierfür ausdrücklich nichtmetallische Werkstoffe wie Keramikimplantate oder metallfreien Zahnersatz, um das System nicht durch zusätzliche Fremdstoffe zu belasten.

Wenn Sie unter Beschwerden leiden, für die es bisher keine Erklärung gibt, könnte ein Blick auf Ihre Zähne der Schlüssel sein.

Fragen & Antworten zum Thema Tote Zähne:

Was ist ein toter Zahn?
Das Zahninnere (Nerv und Gefäße) ist abgestorben, oft durch Bakterien bei Karies oder Parodontose.

Warum hilft eine Wurzelfüllung oft nicht?
Der Zahn hat tausende Nebenkanäle (Tannenbaum-Prinzip), die man mechanisch nicht vollständig reinigen kann.

Welche Folgen gibt es?
Bakterien können aus dem Zahn in den Blutkreislauf gelangen und Organe oder das Immunsystem belasten.

Wie wird es diagnostiziert?
Durch Vitalitätsproben, 2D/3D-Röntgenbilder und spezielle immunologische Bluttests.

Was ist die Lösung?
Wenn der Zahn den Körper belastet, sollte er entfernt und durch metallfreien Zahnersatz ersetzt werden


Dr. Wolfgang H. Koch

Über den Autor

Dr. Wolfgang H. Koch ist seit 1978 Pionier der Ganzheitlichen Zahnmedizin und Oralen Medizin. Als Buchautor und Experte für Umwelt-Zahnmedizin verbindet er jahrzehntelange Erfahrung mit modernsten biologischen Verfahren wie Ozon-Therapie und PRF, um die Ursachen chronischer Leiden im Kiefer zu beheben.

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